25.03.1924:
Stadtamtmann Otte und einige andere Interessenten von Frau Goldschmidt’s Erben pachteten ein westlich des Südwestfriedhofs an der damaligen Tremoniastraße gelegenes Gelände, um dort eine Kleingartenanlage zu errichten. Für die Fläche von 159,89 Ar = 6,26 Morgen musste eine jährliche Pacht von 563,40 Mark (etwa 4 Pfennig/qm) gezahlt werden.

01.04.1924:
Im Restaurant "Hohenzollern" gründeten die Gartenfreunde Bader, Bremke, Ernst, Kisselbach, Otte, Rathmann, Reese, Teipel und Wolf den "Gartenbau-Verein Sonnenblick, Dortmund".

08.12.1925:
In einer Versammlung wählten bereits 110 Mitglieder die Gartenfreunde Ernst (Vorsitzender), Reese (Schriftführer), Bader (Kassierer) und Rathmann (Jugendpfleger) zu ihrem Vorstand. Durch Zupachtung weiterer Flächen konnten bald 165 Garten auf 320,26 Ar angelegt werden.

22.05.1929:
Eintragung ins Vereinsregister 3 VR 409 beim Amtsgericht Dortmund mit der ersten Vereinssatzung und Gartenordnung vom 04.03.1929 unter dem Namen "Gartenbau-Verein Sonnenblick (1924), Dortmund".

1930:
Für Bauprogramme mussten immer wieder Kleingärten abgegeben werden, z.B. für den Durchbruch des Hindenburgdammes in westlicher Richtung und den Bau der Schnettkerbrücke.

01.03.1933:
Nach einer Mitgliedermeldung an den "Vorstand des Reichsverbands der Kleingärten Deutschlands" hatte der Verein nun nur noch "97 Kleingartenbewirtschafter und 3 Nichtkleingartenbewirtschafter".

1933:
Die damalige Partei griff entscheidend in das Vereinsleben ein. Eine Satzungsänderung und ein Vorstandswechsel waren sofort fällig.

08.03.1933:
Die Stadt Dortmund bestätigt folgende Eintragung in das Vereinsregister: "Durch Beschluss der Mitgliederversammlung vom 14.02.1933 ist die Satzung geändert. Die Änderung betrifft § 6 (Versammlung), § 5 (Vorstand) und § 10 (Gartenordnung). Der Vorstand besteht nunmehr aus folgenden Personen: Heinrich Bader, Rudolf Rathmann, Wilhelm Pepper, sämtlich in Dortmund". Diese geänderte Satzung schränkte das demokratische Mitspracherecht der Mitglieder erheblich ein und hob die politische und religiöse Neutralität auf.

07.07.1933:
Der Kleingärtnerverband Dortmund e.V. bestätigt den o.g. neuen Vorstand.

14.10.1933:
Der Kleingärtnerverband Dortmund e.V. schreibt: "Nachdem die Ortsgruppenleitung der N.S.D.A.P. gegen den bisherigen kommissarischen Vereinsführer des Vereins Sonnenblick Bedenken nicht erhoben hat, ernenne ich Herrn Heinrich Bader zum Führer des Vereins mit der Maßgabe, dass er dem Stadtgruppenführer verantwortlich ist und von ihm jederzeit seines Amtes enthoben werden kann."

05.03.1934:
Die Satzungen des Vereins mussten wieder "neu gefasst" werden. Es gab keine Vorstandswahlen mehr. An der Spitze stand jetzt der vom Führer der Stadtgruppe im Einverständnis mit der Ortsgruppenleitung der N.S.D.A.P. ernannte Vereinsleiter. Er konnte zur Erledigung der Geschäftsführung Mitarbeiter ernennen.